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Ein großer Spaß

  Musica Bayreuth: Bidla Buh mit herrlich schrägem Gastspiel in der Panzerhalle

Musica Bayreuth: Konzert Bidla Buh in der Panzerhalle
Eine sportliche Herausforderung: Kniebeugen für den Flohwalzer. Fotos: A. Harbach

Sie fackelten nicht lange, die drei Herren aus dem hohen Norden Deutschlands. Musik ist ihr Metier, Kurzweil ihre Mission. Weshalb Torge Bollert, Olaf Klindtwort, Jan-Frederick Behrend gekonnt das Momentum pflegen. Entsprechend sind Ihre musikalischen Darbietungen gehalten: Durchwegs leicht verständlich, dabei stets charmant und gerne etwas schräg. Bemerkenswert dabei ist, dass dieses Credo, das sich wie ein roter Faden durch das gesamte Programm zieht, in keiner Minute irgendwie aufgesetzt wirkt. Und das wird seitens des Publikums dankbar goutiert.

 

Je skuriller, desto besser

So auch am Donnerstagabend in der Panzerhalle. Egal, was das Triumvirat „Bidla Buh“ auf der Bühne trieb, im Auditorium ging man begeistert mit. Gemäß dem Motto: je skurriler, desto besser. Etwa, als die drei schmuck befrackten Herren einen sportlichen Wettkampf untereinander ausriefen und zu diesem Zweck eine Bank mit drei aufmontierten Blasebälgen auf die Bühne rückten. Es gehe nur um Kniebeugen, so Bollerts Beruhigungspille, ein wenig auch ums Schwitzen und natürlich auch um Musik. Weshalb die drei flugs die Blasebälge mittels Schläuchen an Melodicas koppelten, sich vor der Bank postierten, ihre Instrumente zur Hand nahmen und sich sodann jeweils auf ihrem Blasebalg niederließen. Die ersten vier Töne versprachen ein Rätsel, dann nahm der Flohwalzer Fahrt auf, derweil die drei vor der Bank eifrig Kniebeugen absolvierten. Das musikalische Geläuf wurde anspruchsvoller, der Weg führte schließlich zu Johann Strauß und seiner blauen Donau. Entsprechend stieg die Frequenz der Kniebeugen. Ein großer musikalischer Spaß, der an Kindergeburtstag erinnerte, aber eben auf ganz anderem Niveau. Ähnlich das Spiel mit dem so genannten „Cup song“. Eine Geschicklichkeitsübung, allgemein bestens bekannt, die die drei Herren allerdings auf ihre eigene Weise interpretieren. Da kommunizierten die Becher nicht nur mit den eigenen Händen, sondern wanderten auch zu den Mitspielern und wieder zurück. Und dies durchaus virtuos, gleichwohl dieser Fingerübung doch etwas die spielerische Leichtigkeit abging und die Arbeit dahinter sichtbar wurde.

 

Unerschöpflicher Fundus an Ideen

Aber auch das gehört zu „Bidla Buh“: es muss nicht immer perfekt sein, es zählt auch die Idee, der kreative Ansatz. Entsprechend bunt ist das Programm, eine Logik in der Abfolge ist nicht erkennbar. Braucht es allerdings auch nicht. Denn der Fundus der drei Herren scheint unerschöpflich, ihre Bühne ist eine einzige Spielwiese. „Mehr geht nicht“, so haben sie ihr Programm betitelt, - man sah und hörte es mit Genuss. Denn die drei gehen auf, in dem, was sie darbieten. Egal, ob sie allein oder zu dritt auf der Bühne stehen, egal ob sie „nur“ Instrumente präsentieren, pfeifen oder alle zusammen auf einer Gitarre spielen. Dafür wurden sie in Bayreuth zu recht mit teils stehenden Ovationen belohnt.

 

 

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